Das Leben der Trapps im Musical und im Film: „The Sound of Music“

  • Mit dem Buch „The Story of the Trapp Family Singers“ hatte Maria von Trapp selbst die literarische Grundlage für die späteren Musicals und Verfilmungen gelegt. Erste Anbote aus Hollywood lehnte sie ab und übergab Wolfgang Reinhardt, Sohn des Regisseurs Max Reinhardt, die Filmrechte. Über mehrere Hände landete der Stoff bei Regisseur Wolfgang Liebeneiner und Drehbuchautor Georg Hurdalek, der einige wesentliche Ideen einbrachte, die später von Robert Wise in „The Sound of Music“ übernommen wurden.

    1956 wurde das Leben der Trapps unter dem Titel „Die Trapp-Familie“ erstmals verfilmt. Der deutsche Streifen wurde ein großer Erfolg und – ins Englische synchronisiert,  sogar nach Amerika verliehen. Zwei Jahre später folgte die Fortsetzung „Die Trapp-Familie in Amerika“. Dieser Erfolg ließ den Musicalproduzenten Richard Halliday, Ehemann von Sängerin Mary Martin, auf das Stück aufmerksam werden.

    Auf Basis der Komponierarbeit von Howard Lindsay und Russel Crouse schufen die erfolgreiche Musical-Schreiber Oscar Hammerstein II und Richard Rodgers das Musical, das am 16 November 1959 in New York Premiere feierte. Nach vier Jahren ging eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten für drei Jahre auf Tour. Nach dem Broadway-Erfolg war klar, daß eine Verfilmung  ebenso gut angenommen werden würde. Die Filmgesellschaft „20th Century Fox“ sicherte sich die Rechte. Von April bis Juni 1964 ließ Regisseur Robert Wise in Salzburg die Kameras rollen. 

  • Hauptdarstellerin Julie Andrews und „Baron“ Christopher Plummer bezogen „ihre Film-Villa“, die aus zwei Teilen „zusammengeschnitten“ wurde: Die Vorderseite mit dem Gittertor wurde in Schloss Frohnburg (Hellbrunner Allee) gefilmt, die Rückseite auf Schloss Leopoldskron. Der Großteil der Aufnahmen der Villa entstand aber im Studio in Hollywood. Die „Originalvilla“ war von den „Missionaren vom kostbaren Blut bewohnt“, daher konnte dort nicht gedreht werden. In den Kinos wurde „The Sound of Music“ ein großer Erfolg; innerhalb von zwei Jahren wurde der Film der erfolgreichste Streifen der Filmgeschichte, und blieb es 15 Jahre lang.  1965 gewann er fünf Oscars.  

    Auch heute noch ist „The Sound of Music“ die erfolgreichste Musicalverfilmung und unter den bestbesuchtesten Filme der Geschichte zu finden. „Wenn es eine universelle Sache auf dieser Welt gibt, dann ist es die Familie“, versuchte Robert Wise den Erfolg zu erklären. Aber das ist nur ein der vielen Motive, die den Film so populär machten: die zündende Musik, die darstellerische Leistungen, die hohe Moral der Familie, die in der Ablehnung des Diktators Hitler zum Ausdruck kommt, der Aufbruch ins „Gelobte Land“ Amerika und der Weg zu einer Weltkarriere – oder einfach nur eine wunderbare, echte  Geschichte, die in der Villa Trapp ihren Ausgang nahm.